Dreharbeiten zu «Die schwarze Pest» haben begonnen - Eine Woche lang dient die Wehranlage als Kulisse
VON ANDREA HAMANN, 23.04.09, 10:16h, aktualisiert 23.04.09, 10:53h

QUERFURT/MZ. Seit dieser Woche wird auf dem Burggelände in Querfurt für den Kinofilm "Black Death" nach dem Drehbuch von Dario Poloni gedreht. Der deutsche "Titel lautet "Die schwarze Pest". Zelte sind auf dem Gelände aufgebaut und Wohnwagen reihen sich aneinander. Eine alte Schmiede und ein Marktplatz waren als Kulisse errichtet worden. Überall laufen Menschen in Mönchskluft umher. Der Grund: Die Burg wird später als Kloster im Film zu sehen sein.
Die ersten Szenen wurden am Dienstag im Kellerverließ und an der Westbastion abgedreht. Produzent Phil Robertson schwärmte von den Bedingungen in Querfurt. Er hatte dort vor einem Jahr für den Film "Last Station" gearbeitet. "Die Örtlichkeiten bieten sich hier absolut an", so der Producer. Es könne nicht besser sein. Außerdem herrsche bei den Menschen eine sehr große Herzlichkeit.

Erst fünf Jahre alt

Das konnte auch die kleine Lina Schrader spüren. Die fünfjährige Quedlinburgerin war die jüngste Komparsin. In Lederschuhen und Leinen gekleidet meisterte Lina ihre Szenen. In den Pausen streichelte sie die Ziegen, Schafe, Wollschweine und Hühner - ebenfalls "Komparsen" in dem Film. Auch die Mutter des Mädchens war von der Atmosphäre begeistert. "Die Leute hier sind unheimlich nett", sagte Mira Schrader. Lina spielt übrigens ein kleines Mädchen das vom Priester gesegnet wird. Damit soll das Kind vor der schwarzen Pest geschützt werden. Sie hatte im vergangenen Jahr beim Casting für "Die Päpstin" mitgemacht. Damals hatten sich die Fachleute nicht für sie entschieden. Lina wurde jedoch in die Kartei aufgenommen und nun hat es für sie in diesem Jahr geklappt. In "Black Death" wirken insgesamt etwa 500 Komparsen mit, informierte Produzent Phil Robertson. Sie stammen überwiegend aus der Region.

Geduld muss vor allem Rainer Gisder haben. Sorgfältig nehmen die Schneiderinnen die Maße des Siebenjährigen. Er wird seine erste richtige Schauspielrolle in "Black Death" haben. Der Knirps schlüpft in die Rolle des Jungen "Crispin". Vier Drehtage wird Rainer Gisder, der aus Kablow-Ziegelei in Königswusterhausen stammt, für seine kleine Nebenrolle schauspielern. Eine Woche lang werden die Filmemacher die traumhafte Kulisse der Burg noch für sich nutzen.

Problem: Schönes Wetter

Das überwiegend schöne Wetter erschwerte allerdings die Dreharbeiten etwas. Die Schattenwürfe und die Lichtveränderungen würden anschließend eine Nachbearbeitung des Filmes nötig machen. Aber diese halten die Fachleute mit einigen Tricks im Zaum. Mit Licht, speziellen Kameraeinstellungen und beispielsweise künstlichem Nebel lasse sich viel machen, erklärten sie.

Weitere Drehorte werden anschließend Quedlinburg und seine Region und auch die Gegend um Magdeburg sein. Insgesamt sieben Wochen werden die Filmemacher in Sachsen-Anhalt unterwegs sein. "Black Death" ist eine deutsch-internationae Produktion. Der Film wird in deutschen Kinos unter dem Titel "Die schwarze Pest" erscheinen. Bis Ende des Jahres sollen alle Szenen im Kasten sein. Läuft alles nach Plan wird er Anfang des nächsten Jahres in den deutschen Kinos anlaufen.

Zu sehen in dem Historienfilm sind die international bekannten Schauspieler Sean Bean, Eddie Redmayne und Carice Van Hauten. Einen großen Anteil an dem Film hat übrigens auch Anja Becker-Geibel. Sie ist Kostümbildnerin und hat ihre Werkstatt in der Burg. Ihre nach historischem Vorbild gefertigten Kleidungsstücke trug ein großer Teil der Mitwirkenden.

Naumburger Tageblatt