MARIeNTHAL - Carice van Houten hat sich nach ihrem Filmtod schon vom Set verabschiedet, am Montag erwischte es nun auch den von Sean Bean verkörperten Ritter „Ulric“. Er starb eines grausamen Todes. In vier Teile hatten ihn die sächsischen Kaltblüter von Peter Hennig aus Leipzig zerrisen. „Die Puppe jedenfalls“, sagt der Pferdebesitzer. „Sean Bean lebt noch. Er sitzt im Flieger nach Hause.“

Als die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner und Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg gestern in der „Trottheide“ eintrafen, waren die Spuren des Foltermanövers keinesfalls zu übersehen. Die Requisite hatte „Körperteile“ drapiert und schenkte reichlich Filmblut über dem Boden aus.

Krüger-Leißner sagt, sie habe früher auch Horrorfilme geguckt. Aber die halbe Stunde Dauergemetzel sei ihr schon nahe gegangen. „Wir stehen kurz vor dem Ende unserer Geschichte und die Helden sterben“, erklärt der deutsche Produzent Jens Meurer. Gedreht wurde gestern parallel am Nord- und am Südufer. Dort die Kampfszene, auf der anderen Seite die Menschen im Sumpf. Abschließend folgt heute noch der Epilog, der auf einem Feld in der Nähe eingefangen wird.

„Vor wenigen Jahren war dies noch ein Ort, über den wir uns immer sehr geärgert haben“, sagt die Bundestagsabgeordnete und erzählt dem Produzententeam vom Umweltskandal, der die ehemalige Tongrube zu einem stinkenden Loch gemacht habe. Mittlerweile wirkt die Landschaft so, als haben sich Flora und Fauna erholt. Phil Robertson (Zephyr Film) schwärmt vom Nachtdreh, als der Nebel über das Wasser zog und über der „Trottheide“ der Mond stand. „Auf uns wirkte es perfekt. Es ist ein relativ einzigartiger Ort, es könnte Skandinavien sein, es könnte auch Kanada sein“, unterstrich Meurer noch einmal die Filmqualitäten dieses Kleinodes.

Davon hat Zehdenick noch mehr zu bieten, schaltete sich Arno Dahlenburg ein und empfahl den Filmschaffenden auch den Rest der Tonstichlandschaft. „Ein See nach dem anderen, das hat finnisches Ambiente“, so der Bürgermeister, der vom Produzenten auch wissen wollte, wieviel von dem, was in Marienthal gedreht wurde, am Ende im Kinofilm zu sehen sein wird. „Rund 20 Minuten. Und das in der ganzen Welt“, so Jens Meurer.

„Und wenn ihr den Film fertig habt, kommt ihr nach Marienthal und zeigt ihn“, äußerte Krüger-Leißner einen Wunsch auch der Komparsen und Helfer aus der Region, die am Dreh beteiligt waren. (Von Cindy Lüderitz)

10.06.2009
Märkische Algemeine